Ausstellung: Dienstgebäude

10 – 11.2013, Dienstgebäude, Zürich

 Ausstellungstext – Von Missionarinnen und Piranhas

Als ich noch ein Kind war tauchte meine Grosstante jeweils alle drei Jahre wie ein Geist in Italien auf. Ihre Worte verstand ich nicht, weil sie zu mir in biblischen Metaphern sprach. Für diese Reportage besuchte ich sie in Brasilien, wo sie seit 1972 als katholische Missionarin arbeitet. Meine Installation soll einen Eindruck davon geben, was ich gesehen und erlebt habe.

Ich zeige meine Bilder chronologisch und unzensiert, so ähnlich wie sie ein Betrachter auf einem Kontaktbogen zu sehen bekommt.

Den ersten und intuitivsten Auswahlprozess, nämlich den, den ich durch das Fotografieren selbst vornehme, lege ich dabei offen dar.

In Brasilien ist die Bedeutung des Fernsehens nur mit derjenigen der Kirche zu vergleichen. Es scheint mir daher folgerichtig, meine Arbeit, die sich mit der Einflussnahme der Kirche im Amazonasgebiet auseinandersetzt, auf diesem Medium zu zeigen, umso mehr als der Flat-Screen-TV einer der wichtigsten Alltagsgegenstände im Leben der gezeigten Menschen ist.

Die Symmetrie mit einem Hauptmotiv als Zentralstück ist das vielleicht konstanteste Gestaltungsmittel in der christlichen Ikonographie. Die Zahl Sieben steht im Christentum für die Gesamtheit, als Addition von 3 und 4, den Zahlen der Heiligen Dreifaltigkeit und den vier Elementen.

Die fünf gerahmten Portraits zeigen die ProtagonistInnen meiner Reportage.